Cropa aha
(Grubenbach, alemannisch, 3. Jhdt.)
Das milde Klima, fruchtbare Lößböden, das Vorkommen natürlicher mineralischer Rohstoffe und eine verkehrsgünstige geographische Lage sind Vorzüge, die schon früh zu einer Besiedlung der Gegend um Staufen im Breisgau führten.
Etwa 3 km südöstlich der Fauststadt Staufen und am Eingang zum Münstertal im Süd-schwarzwald liegt noch auf Staufener Gemeindegebiet der kleine Weiler Kropbach, im Jahre 1028 erstmals als Bergbausiedlung urkundlich erwähnt. Hier liegt ein sehr altes Bergbaugebiet, das heute wegen seiner Bedeutung unter Landesdenkmalschutz steht.
Der Bergbau im Kropbachtal
Kaiser Konrad II. wies seine Hofkanzlei 1028 in Polling bei Augsburg an, dem Basler Bischof zwei Urkunden auszustellen. Die eine enthielt die übliche Besitzbestätigung nach Regierungswechsel, welche jeder Herrscher seinen geistlichen Fürsten zu gewähren pflegte. Mit der anderen Urkunde überließ Konrad seine Rechte an bestimmten, namentlich genannten Silbergruben in der Grafschaft Bertolds im Breisgau auf alle Zeiten der Basler Bischofskirche. Mit dieser so genannten Wildbannurkunde - sie stellt eine um1300 angefertigte Abschrift dar - liegt der älteste dokumentarische Nachweis bergbaulicher Tätigkeit in Deutschland vor. 



Die Spuren des tausend Jahre alten Bergbaues sind im Kropbachtal noch vergleichsweise gut zu erkennen. Im Porphyr-Steinbruch an der Straße sind zwei übereinander liegende alte Stollen aufgeschlossen. Zwischen beiden sieht man den anstehenden, 30 - 50 cm mächtigen Erzgang mit Quarz, Baryt, Sphalerit und etwas Galenit. Nach METZ et al. (1957) ist der Gang der Ganggruppe F zuzuordnen, die als extrem verarmter chauinslandtyp E ufgefasst wird. Interessanterweise finden sich im Sommer in Gangnähe Sulfataus-blühungen, darunter die Zn-Mg-Sulfate Boyleit (Typlokalität) und Cunningit. Der Gang soll bis 1 m mächtig und auf einer Länge von 450 m unter Tage verfolgt worden sein. 


Wenig westlich des Steinbruchs liegt nahe der Straße der Karl-August-Stollen, in dem drei parallele Trümmer mit gleicher Mineralisation wie bei dem im Steinbruch anstehenden Gang aufgeschlossen sind: „etwas Bleiertz mit sehr viel beigemischter Blende“ (VERNIER 1781). Er wurde durch Freiburger und Münster Gewerken betrieben, kam 1401 an das Kloster St. Trudpert und von 1730 - 1769 arbeiteten hier verschiedene ewerken (nach vorhandenen Unterlagen waren 30 Personen beschäftigt).
Oberhalb des Steinbruches ziehen sich auf dem Gangausbiss metertiefe Verhaue den Berg hinauf. Das Gelände ist in das Denkmalbuch des Landes eingetragen. Die vier in einer ca. 130 m langen Reihe liegenden, äußerst eindrucksvollen Relikte ehemaliger Tagebaue aus der Zeit des 10. - 12. Jahrhunderts setzen rund 100 m südlich des aufgelassenen Stein-bruches an der Talstraße an. Die 10 bis 45 m langen und heute noch bis 12 m tiefen, senkrechten Gruben folgen einer Zone mit schmalen Quarz-Baryt-Gängen im Paragneis.
Es handelt sich um besonders beeindruckende Zeugnisse des Altbergbaues im Schwarz-wald. Die riesigen Ausmaße dieser Verhaue sind im Bereich der Bundesrepublik Deutschland wohl beispiellos.
Lage der Grubenbaue im hinteren Kropbachtal
Etwa 1200 m südlich der „Kropbacher Höfe“ am Osthang des Kropbaches liegen eine
Pinge und eine Halde, die durch Überwachsungen nur schwer erkennbar sind.
Im Haldenmaterial konnte der Verfasser bisher ausschließlich eingesprengten, nicht
zersetzten Galenit auffinden; als Sekundärmineral zeigte sich nur etwas Cerussit.
Von dieser Fundstelle ziehen sich zwischen zwei Waldwegen mittelalterliche Pingen mit
einem anstehenden Gang in Richtung Norden. Die Mächtigkeit des Ganges beträgt
bis 1,20 m, seine Länge bis 250 m. Er wurde durch METZ et al. (1957) der Ganggruppe G
(Quarz-Eisenspat-Schwerspatgänge mit Chalkopyrit und Sphalerit - Typ Riggenbach)
zugeordnet.
Die Grube Ludwig-Heinrich, weitere 200 m nordöstlich im Kapuzinergrund gelegen, ist
wahrscheinlich die nördliche Fortsetzung des Maria-Theresia-Ganges. Große Pingen
mit Halden liegen dicht am oberen Waldweg im 2. und 3. Seitenarm des Kropbaches.
Nach Norden ziehen sich zahlreiche Pingen auf den Kamm der Galgenhalde. Ein
offener Stollen liegt 20 m unter dem oberen Waldweg der Galgenhalde.
Über diese Revier liegen nur wenige geschichtliche Daten vor. Im Mittelalter baute
man hier wohl vom Jahre 1028 bis zum Beginn des 15. Jahrhundert Erze ab. 1743
wurde das schon von den Alten gebaute Silber-Kupfer-Blei-Bergwerk im „Kapuziner-gründlein“ unter dem Namen Maria-Theresia erneut beliehen und 30 Bergleute
beschäftigt.
Joseph Wenzl Freyherr von Vernier, seines Zeichens „Kaiserlich und königlicher Directorats-rath in Tyrol“, untersuchte 1781 die Gruben im Münstertal. Im „Kapuzinergründlein“ fand er einen „mächtigen schwerer Spath und Quarz-Gang auf 2 Uhr verkreuzt, nur arm einge-sprengtes Bley-Erzt in sehr festem Gang“. Vernier traf nur zwei Mann an, „der eine, zugleich der Steiger, glaubt, dass sie nur aus Erbarmen von dem Ausländer-Gewerken beschäftigt werden“.
Die Halden der ehemaligen Grube Maria-Theresia
Besonders sehenswert: Pseudomorphosen nach Azurit



Mineralbestand
Azurit 















Bariopharmakosiderit 

Baryt 



Bayldonit 


Bindheimit 
Caledonit 



Cerussit 











Chalkopyrit 
Covellin 

Cuprit 

Digenit 




Erythrin
Elyit 




Fahlerze (Tennantit / Tetraedrit ) 










Galenit 


Goethit / Limonit 


Greenockit
Linarit 


Malachit 











Manganoxide (Wad) 
Mennige 

Mennige ps n. Cerussit
Mimetesit 









Muskovit, Var. Serizit 


Olivenit 








Strashimirit
Foto und Sammlung: Axel Brill
Susannit 


Tenorit 





Vernadit 
Zinkolivenit
Kleine Auswahl bisher noch unbestimmter Mineralien: 






















Mit herzlichem Dank
Den Herren Dr. Franz Brandstätter, Mineralogisch-Petrographische Abteilung,
Naturhistorisches Museum in Wien, und Prof. Dr. Franz Walter, Universität Graz, gilt der besondere Dank für die Durchführung zahlreicher Analysen. Für die Unterstützung bei der Bestimmung des Materials dankt der Autor den Herren Andreas Gruber, Bad
Krozingen, Gerhard Niceus, Buggingen, Dr. Helge Steen, Buggingen und Axel Brill,
Remetschwiel.
Weitere ausführliche Informationen zur Fundstelle finden Sie auch in:





































































